5G & Corona – die Frequenz der Angst

Show notes

Eine Verschwörungstheorie verbindet Mobilfunk mit einer globalen Pandemie – und bringt Menschen dazu, Funkmasten anzuzünden. Diese Episode zeigt, wie sich Angst schneller verbreitet als Fakten und warum Desinformation in Krisenzeiten besonders gefährlich ist.

Am Ende der Episode hören Sie das gesamte Interview mit Katharina Schell, stellvertretender Chefredakteurin der Austria Presse Agentur.

Interviews und Expertise zum Thema Digitale Kompetenz finden Sie auf www.horizont.at

Dieser Podcast ist eine Co-Produktion von HORIZONT, der Österreichischen Medienakademie und der Podcastwerkstatt. Executive Producer: Jürgen Hofer, Nikolaus Koller. Redaktion: HORIZONT. Redaktionelle Mitarbeit: Sandra Gloning. Produktion und Post-Produktion: Podcastwerkstatt.

Show transcript

00:00:06: Ein Virus, ein Mobilfunkstandard und eine Theorie die beides verbindet.

00:00:19: Willkommen beim Podcast im Netz der Lügen!

00:00:22: Warefälle über reale Manipulation Eine Co-Produktion von Horizont Der österreichischen Medienakademie Und der Podcastwerkstatt Mit Jürgen Hofer vom Horizont Heute!

00:00:35: FünfG und Corona Die Frequenz der Angst!

00:00:44: wird fünf G plötzlich zur angeblichen Ursache für das Virus.

00:00:50: Mit Beginn der Pandemie verbreiten sich auf Telegram, YouTube und Facebook zahllose Verschwörungstheorien.

00:00:56: Eine davon – Fünf-G-Strahlung schwäche das Immunsystem und löse COVID-IX aus.

00:01:04: Infografiken zeigen angebliche Korrelationen zwischen Fünfg-Antennen und Corona Ausbrüchen.

00:01:10: Pseudowissenschaftliche Grafiken manipulierte Daten.

00:01:20: In Großbritannien werden fünf G-Masten angezündet.

00:01:23: Auch in den Niederlanden, Notrufe fallen aus.

00:01:27: Menschen können mit ihren Liebsten die im Spital liegen nicht mehr kommunizieren weil das mobile Internet ausgefallen ist.

00:01:34: Ein unsichtbarer Feind

00:01:36: erfunden Aus Angst.

00:01:38: Die Einordnung hat Daniela Ingrubber Demokratie und Kriegsforscherin.

00:01:48: So neu sind diese Förderungen von Emotionen gar nicht.

00:01:55: Wenn wir zurückschauen in der Geschichte, dann hat es das eigentlich schon immer gegeben.

00:01:59: Es ist nur jetzt geht alles viel schneller und dadurch werden wir mehr befeuert von diesen Emotionen und es wird mehr in uns ausgelöst dass uns dann dazu bringt in eine bestimmte Richtung zu agieren.

00:02:13: Fakten sind schon längst abgelöst worden von Emotionen.

00:02:17: Und wenn wir uns nicht nur mit Faktern beschäftigen, sondern nur noch mit unseren Befindlichkeiten und dazu noch dieser Egozentrismus kommt der auch gefördert wird dann geht uns alles verloren was irgendwie mit Demokratie zu tun

00:02:29: hat.

00:02:31: Diese Theorien verbinden Angst mit Technikfeindlichkeit.

00:02:35: so entsteht ein Feindbild das emotional und einfach ist im Gegensatz zur komplexen Realität.

00:03:00: Die Täter sind Influencer, Psydomedien und Telegram-Gruppen.

00:03:05: Sie verdienen mit Klicks, Werbung und Aufmerksamkeit.

00:03:10: Auch Bormenente wie Hollywood-Schauspieler wurde Herleston verbreiten.

00:03:13: die Theorie – die Lüge wird zum Mainstream!

00:03:18: Keine Studie zeigt den Zusammenhang zwischen FünfG-Strahlung und COVID-IX.

00:03:23: Das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt keine Gefahr.

00:03:28: Trotzdem glauben laut einer Umfrage zahllose Menschen an einen Zusammenhang, zwischen FünFG und Covid-IX.

00:03:36: Klickbait – Scare News.

00:03:38: Angst verkauft sich besser als Fakten.

00:03:41: Einen klaren Blick auf die Situation hat Katharina Schell stellvertretende Chefredakteurin der Austria Presseagentur.

00:03:53: Ich bin schon lange im Journalismus und lange im Medienbereich tätig.

00:03:56: Und was ich im Rückblick wirklich spannend und aber auch ein wenig beunruhigen finde, ist wie schleichend sich die Emotionalisierung des medialen und des öffentlichen Diskurses entwickelt hat.

00:04:10: Das ist uns irgendwie gar nicht so richtig aufgefallen bis es plötzlich fast zu spät war dass eigentlich Emotionen den Diskurs steuern und nicht mehr Informationen.

00:04:20: Ich weiß sogar noch, wo ich war als ich damals noch Facebook-Userin heutzutage schon.

00:04:25: euch komme rein.

00:04:26: Als Facebook zum ersten Mal statt nur Like die Emotionsreaktionen eingeführt hat.

00:04:31: Plötzlich konnte ich wütend sein und irgendwas lieben oder so.

00:04:36: Und ich habe mir damals schon kurz gedacht okay was das wohl wird und wir wissen was daraus geworden ist weil das natürlich mit nicht ein kleine Emojis waren die wir unter einer Meldung gesetzt haben sondern das war eigentlich die Sichtbarkeit eines algorithmischen Mechanismus der starke Emotionen belohnt.

00:04:54: Und was sind die stärksten Emotion?

00:04:58: unangenehme und negative Emotions?

00:05:01: Ich bin bis heute ratlos, ganz ehrlich wie man diesen negativen emotionalen Streak wieder rausbringt aus einem öffentlichen Diskurs.

00:05:20: Das Kurs kommen indem wir nicht sofort, wenn ich was höre dass mir nicht in den Kram passt, wütend werde und diese Wut wird meine Antwort darauf.

00:05:27: Und das ist das was bei uns passiert.

00:05:29: Da gibt es viel lügere Menschen die viel intensiver und auch viel konziser darüber nachgedacht und auch geschrieben haben.

00:05:37: Ich glaube Medien haben hier wirklich eine schwierige Aufgabe.

00:05:40: Sie müssen eine Sichtbarkeit schaffen und sie können, wenn sie ihren Auftrag ernst nehmen nicht ausschließlich auf Emotionen setzen und vor allem nicht auf die Negativen.

00:05:53: Was wir ein bisschen sehen, ist dass es parallel Kanäle für Medien mittlerweile gibt oder zumindest für Akteure und Akteurinnen von Medien, prominente Journalisten und Journalistinnen, die irgendwie versuchen – das ist ja glaube ich ein sehr ehrenvoller Versuch!

00:06:05: über ihr publiziertes Produkt hinaus eine andere Sichtbarkeit als Person zu zeigen, wo sie ein bisschen mehr versuchen die Menschen in diesem emotionalen Diskurs abzuholen ohne aber ihre Professionalität zu verlieren.

00:06:17: Ich glaube das ist ein guter Weg.

00:06:19: er kann natürlich auch schiff gehen.

00:06:24: Korrektiv Block stellt Falschbehauptungen über fünf G und das Corona-Virus auf.

00:06:41: Plattformen belohnen Emotionen.

00:06:43: Je im Pörter ein Beitrag, desto höher die Reichweite.

00:06:47: Der Algorithmus befeuert die Angst und dient als Multiplikator.

00:06:51: Die Pandemie wurde so zur Bühne für das Misstrauen.

00:06:55: Die Medien lügen, die Regierung kontrolliert uns.

00:06:58: Ein vertrautes Narrativ.

00:07:02: Die Folge Zerstörung von Infrastruktur zerstören von Technik Und ein massiver Vertrauensverlust in Wissenschaft und Medien.

00:07:11: Fünf G war nie gefährlich Aber Desinformation ist es.

00:07:16: Wie man all dem etwas entgegensetzen kann, erläutert Daniela Ingruber Demokratie und Kriegsforscherin.

00:07:28: Die Massenmedien an die man so viel Hoffnung knüpft dass sie etwas anderes berichten können und auch viel politische oder Medienbildung machen können scheitern im Moment zum Teil ein bisschen an dem das sich

00:07:43: selbst

00:07:44: auf diese Nachrichten zugehen.

00:07:47: Medien, Zeitungen und Online-Magazine gehen immer mehr selbst in diese Falle hinein.

00:07:53: Zu viel über das zu berichten und nichts entgegenzusetzen!

00:07:57: Es wäre vielleicht auch eine Möglichkeit dem etwas entgegentzusetzen indem man über ganz andere Themen berichtet.

00:08:04: Eine Möglichkeit die auch erwartet wird von den Medien ist dass qualitativ Recherche und wirklich viel Arbeit im Entwickeln von Ideen.

00:08:17: Und im Vorzeigen anderer Geschichten, als man sie so in den Social-Media trifft – die haben tatsächlich eine Chance noch konsumiert zu werden, ja?

00:08:25: Als Gegenmodell zu den Social Media.

00:08:27: Wenn aber Medien selbst nur versuchen mit Kurznachrichten und mit emotionalisierenden Schlagzeilen in die gleiche Richtung zu gehen, dann werden sie nicht standhalten

00:08:37: können.".

00:08:41: In Krisen suchen Menschen auch einfachen Erklärungen.

00:08:45: Angst verbreitet sich viral, schneller als jedes Virus.

00:08:55: Das war fünfG und Corona – die Frequenz der Angst!

00:09:00: Ihr hört im Netz der Lügen den Podcast über Lügen, Macht- und Manipulationen im Netz.

00:09:09: Executive Producer Jürgen Hofer Nikolaus Koller Redaktion Horizont Redaktionelle Mitarbeit Sandra Gloning Produktion & Postproduktion Podcastwerkstatt.

00:09:24: Interviews und Expertise zum Thema Digitale Kompetenz finden Sie auf www.horizontat.

00:09:31: Ist es Ihnen aufgefallen?

00:09:33: Einige Minuten dieses Podcast sind mit KI-Stimmen produziert.

00:09:36: Inhaltig ist diese Podcastreihe aber zu hundert Prozent von Menschen gemacht, auch der Host und die Expertinnen sind komplett menschlich – sowie auch dieser Stimme!

00:09:53: Clickbait bezeichnet Überschriften oder Beiträge, die schockierend übertrieben oder Sensationslüstern formuliert sind um möglichst viele Klicks und Aufrufe zu erzeugen.

00:10:04: Der Inhalt dahinter bietet oft wenig Substanz ist verzerrt dargestellt oder schlicht falsch.

00:10:10: in sozialen Medien funktioniert clickbait häufig sogar ohne Artikel.

00:10:14: schon ein Bild mit provokanten Text reicht aus um Aufmerksamkeit zu bekommen und Emotionen auszulösen.

00:10:22: Scare News sind eine verwandte Form von Desinformation.

00:10:25: Sie zielen darauf ab, gezielt Angst oder Panik zu erzeugen.

00:10:29: Typische Beispiele sind Schlagzeilen wie Diese Impfung tötet in Wahrheit.

00:10:35: Solche Inhalte sind emotional überladen apokalyptisch oder politisch motiviert.

00:10:40: Ihr Ziel ist nicht Information sondern Verunsicherung.

00:10:44: Hinter beiden Phänomen entsteht das Prinzip der Aufmerksamkeitsökonomie.

00:10:49: In sozialen Netzwerken zählt nicht die Wahrheit, sondern die Reaktion.

00:10:53: Algorithmen belohnen Emotion – je impörter, wütender oder ängstlicher ein Beitrag macht, desto stärker wird er verbreitet.

00:11:05: Anschließend hören Sie nun das gesamte Interview mit Katharina Schell, stellvertretender Chefredakteurin der Austria-Presseagentur.

00:11:13: Also für mich persönlich ist ja diese Serie auf klärerische Ideal mit dem, was ich als Journalistin tue.

00:11:20: Für eine informierte Öffentlichkeit zu sorgen die informierte Entscheidungen trifft.

00:11:24: das gilt für mich persönlicher immer noch und Ich kenne auch sehr viele Kolleginnen und Kollegen, die das genauso sehen und ich bin der festen anderem dass die meisten Qualitätsmedien, die wir in Österreich haben und konsumieren können dieses Ziel im Prinzip auch verfolgen.

00:11:40: Wir sehen aber auch, dass es nicht immer einfach wird und ein Punkt ist natürlich auch das die User- und Userinnen in Jahr zwanzig fünfundzwanzig zwanzzig sechsundzwantig mit unfassbar viel mehr Informationen permanent konfrontiert werden und ich sage absichtlich konfrontieren.

00:11:58: Ich bin halt genug um zu wissen, dass es eine Zeit gab als das nicht so war.

00:12:00: Da konnte ich als ein Teil dieser Öffentlichkeit, die sich informieren möchte, mir sehr gezielt aussuchen mit welcher Quelle informiere ich mich, vertraue ich den Personen, die dort berichten und mich informieren und die Welt war in Ordnung und das hat sich

00:12:17: aufgehört.".

00:12:20: Ich glaube, für Medienredaktionen und Journalisten praktisch täglich schwerer wird, dieses Ideal in Realität umzusetzen.

00:12:32: Weil wir einfach nicht mehr darauf vertrauen können, dass unsere Joseon-Dioserinnen uns vertrauen und einige der Strategien die wir entwickeln, um unsere Joseons und DioserInnen wieder zu erreichen und ihnen überhaupt mal klarzumachen, dass auf das ist wie wir arbeiten.

00:12:49: deswegen ist unser Journalismus tatsächlich eine wirklich gute verlässliche Quelle für dich und hilft dir weiter.

00:12:55: Darum geht es zu verstehen, was da eigentlich abgeht in unserer Welt.

00:12:59: Eine der Strategien die wir dafür entwickeln sind halt auch für die User und Userinnen wieder nicht nachvollziehbar.

00:13:04: Also gerade wenn wir zum Beispiel über Personalisierungsstrategien reden und das ist etwas dass mir ein bisschen noch im Zusammenhang mit Microtagenden auffällt.

00:13:13: Es ist ja nicht so, dass nicht auch Medien versuchen die User- und User-innen in ihren Bedürfnissen wie wir so schön oder schließlich sagen abzuholen und ihnen die Inhalte zu servieren die für sie besonders relevant sein können.

00:13:25: Und dann sind wir aber selbst schnell wieder in dem Vorwurf oder den Verdacht, dass wir hier Blasen kreieren und eine Echokammer schaffen.

00:13:34: Das wollen wir natürlich nicht!

00:13:35: Weil da gibt es schon genug andere Pläarde das tun.

00:13:39: Die Frage wie Menschen sich vertrauenswürdige Quellen aktiv aussuchen um zu Informationen zu kommen wird immer schwieriger und immer schwierig.

00:13:47: Wir haben jetzt erst unlängst auch eine österreichische Studie gelesen wo nach die sogenannte News Will Find Me Haltung, also die Haltung der User und Userinnen zu sein.

00:13:59: Es gibt eh so viel Informationen da draußen und Nachrichten rund um die Uhr.

00:14:02: Wenn es wichtig ist, wird's mich schon erreichen.

00:14:05: Das ist etwas das ein echter Struggle-Discrimination für Journalisten oder Journalistinnen.

00:14:09: Und das ist glaube ich eine unserer Hauptjobs aktuell und in der nahen Zukunft da weiter daran

00:14:28: zu

00:14:32: arbeiten.".

00:14:41: Ja, generell was macht's?

00:14:43: Mit den Usern und Userinnen, aber was macht's mit unserer Gesellschaft?

00:14:46: Um es dann mal ein bisschen quasi schwerwiegend nachzudenken.

00:14:51: Wenn es eigentlich keinen Informationskonsens mehr gibt, wenn es eigentlich nicht mehr valide Fakten gibt wo wir uns alle darauf einigen können das hält mal!

00:15:01: Und jetzt reden wir drüber.

00:15:03: Das ist schwierig.

00:15:04: Was sind wir halt schon seit Jahren, was das mit Gesellschaften macht?

00:15:07: Man muss es gar nicht in die, ich sage es mal manchmal etwas plattitüdenhafte Klage einstimmen, dass die Gesellschaften so also polarisiert sind.

00:15:15: eine Tatsache ist es aber schon.

00:15:17: Eine tatsache is', dass wir aus einer Informationsgesellschaft Die sich auf gewisse Grundwerte und Grundfakten geeinigt hat und dann Meinungen ausgetauscht hat In eine Informations- gesellschaft gelandet sind glaube Ich keinen Faktenkonsens mehr hat und die Meinungen als Fakton verteidigt.

00:15:35: Und das ist eine schwierige Entwicklung.

00:15:39: In den Umfeldplattformen belohnen vor allem negative Emotionen, und der Algorithmus ist quasi so ein Angstbefeuerer und Multiplikator.

00:15:49: Wie muss denn aus deiner Sicht die Mediale Antwort darauf aussehen?

00:15:52: Und wie bringt man Konsumentinnen davon weg wieder hin zu medialen Produkten?

00:15:58: Ich bin schon lange im Journalismus und lange im Medienbereich tätig.

00:16:00: Und was ich im Rückblick wirklich spannend, aber auch ein wenig beunruhigen finde ist wie schleichend sich die Emotionalisierung des medialen und des öffentlichen Diskurses entwickelt hat.

00:16:14: Das ist uns irgendwie gar nicht so richtig aufgefallen bis es plötzlich fast zu spät war dass eigentlich Emotionen den Diskurs steuern und nicht mehr Informationen.

00:16:24: Ich weiß sogar noch, wo ich war als ich damals noch Facebook-Userin heutzutage schaue.

00:16:31: Als Facebook zum ersten Mal statt nur Like die Emotionsreaktionen eingeführt hat.

00:16:36: Plötzlich konnte ich wütend sein und irgendwas lieben oder so.

00:16:41: Und ich habe mir damals schon kurz gedacht okay was das wohl wird und wir wissen was daraus geworden ist weil das natürlich mit nicht ein kleine Emojis waren die wir unter einer Meldung gesetzt haben sondern das war eigentlich die Sichtbarkeit eines algorithmischen Mechanismus der starke Emotionen belohnt.

00:16:59: Und was sind die stärksten Emotonen?

00:17:02: Unangenehme und negative Emotsionen.

00:17:09: Ich bin bis heute ratlos, ganz ehrlich wie man diesen negativen emotionalen Streak wieder rausbringt aus dem öffentlichen Diskurs.

00:17:20: ich habe mich auch sehr damit auseinandergesetzt wie wir wieder zu einem Das Kurs kommen indem wir nicht sofort, wenn ich was höre dass mir nicht in den Kram passt du hütend werde und diese Wut wird meine Antwort darauf.

00:17:34: Und das ist das was bei uns passiert.

00:17:36: Da gibt es viel glückere Menschen die viel intensiver und auch viel konziser darüber nachgedacht und auch geschrieben haben.

00:17:44: Ich glaube Medien haben hier wirklich eine schwierige Aufgabe.

00:17:49: Sie müssen eine Sichtbarkeit schaffen und sie können wenn sie ihren Auftrag ernst nehmen nicht ausschließlich auf Emotionen setzen und vor allem nicht auf die Negativen.

00:18:02: Was wir ein bisschen sehen, ist dass es parallel Kanäle für Medien mittlerweile gibt oder zumindest für Akteure und Akteurinnen von Medien, prominente Journalisten und Journalistinnen, die irgendwie versuchen – und das ist ja glaube ich ein sehr ehrenvoller Versuch Über ihr Publizistisches Produkt hinaus eine andere Sichtbarkeit, auch als Person zu zeigen wo sie ein bisschen mehr versuchen die Menschen in diesem emotionalen Diskurs abzuholen ohne aber ihre Profisionalität zu verlieren.

00:18:27: Ich glaube das ist ein guter Weg.

00:18:28: er kann natürlich auch schief gehen.

00:18:31: Jetzt aus der Innensicht und für die Themen bist du ja mitverantwortlich jetzt aus Aber sich wie sehr beschäftigen sich Medien in diesen Innovations- und Transformationsbemühungen mit den Mechanismen der Plattform einerseits, aber den Werkzeugen der Manipulatöre oder Verschwörungstheoretiker andererseits.

00:18:49: Also welche Rolle spielen diese Abläufe auch in euren?

00:18:56: Weil für Extenkanzler es wahrscheinlich nur bedingt beurteilen.

00:19:01: Ich persönlich arbeite ja schon seit Langem für eine Nachrichtenagentur.

00:19:04: Wir sind da ein ganz spezifisches Unternehmen, wir sind dann BtoB-Medienunternehmen kann man sagen.

00:19:09: was aber nicht.

00:19:09: heißt das nicht unsere Inhalte unserer Nachrichten und Artikel auch direkt bei den Userinnen landen?

00:19:16: Was aber sehr wohl heisst dass unser Auftrag zur equisistanten ausgewogenen Fakten basierten und verlässlichen Informationen grundsätzlich ist uns nicht wirklich ermöglicht Algorithmen direkt zu bespielen.

00:19:31: Was aber auch nicht heißt, dass wir uns nicht darum kümmern müssen was eben eine Plattform getriebene Medienökonomie und der Plattform Getriebene Informationsgesellschaft bräuchte um weiterhin gut zu funktionieren.

00:19:47: Ich sehe generell auch international im Mediensektor ein bisschen so Zwiegespaltene Strategie im Umgang mit Plattformen.

00:19:57: Das eine ist die Business-Perspektive, also wir erinnern uns als Facebook wirklich noch ein Massenmedium war haben ja viele Verlage zum Beispiel versucht ihre Inhalte über Facebook auszuspielen in der Hoffnung dass die Leute dann auf den Link klicken und auf ihre Website kommen.

00:20:13: das mutet fünfzehn Jahre später schon fast rührend an.

00:20:17: Und wir gehen ja in eine neue Plattformökonomie mit KI-Plattformen, wo die Mediation der Inhalte nicht mal nur fit sind.

00:20:23: Sondern Bots oder andere agentisch agierende Algorithmen, die noch viel näher an den User und Userinnen sind.

00:20:30: Das sind Geschäftsmodellgesteuerte Überlegungen.

00:20:35: wie positioniere ich mich zu der Plattform und sehren Auswirkungen auf die User und die Userinnen?

00:20:40: Das andere ist eben die journalistische Strategie mit den Effekten, die diese Plattformen und die Algorithmen wie gesagt auf das, wie wir eigentlich miteinander kommunizieren.

00:20:51: Und wie wir untereinander informieren, wie wird damit umgehen?

00:20:54: Wie wird da allenfalls potenziell schädliche Effekte fullzeitig erkennen und wie wir auch gegensteuern können.

00:21:00: Da ist ja natürlich ein gutes Beispiel der Trend in den letzten Jahren Verification-Abteilungen, Fakten, Checkup-Teilungen

00:21:07: etc.,

00:21:08: aufzusetzen, um hier auch ganz aktiv journalistisch gegenzusteuern.

00:21:12: einer Desinformationsflug.

00:21:15: Wenn du dir richtigerweise betonst, dass negative Emotionen immer stärker sind, kann dann die faktenbasierte Information, die nüchtern und sachlich daherkommt überhaupt in den Konkurrenzkampf treten realistischerweise?

00:21:29: Es ist sehr schwierig wenn einmal zum Beispiel eine gefälschte Nachricht, die negative Emotionen befeuert so richtig die Runde gemacht hat.

00:21:41: glaube ich, und das wissen auch die meisten Faktencheck-Organisationen hat man relativ wenig Auftrag.

00:21:47: Das ist auch einer der Gründe warum man ein bisschen früher ansetzen muss.

00:21:50: immer mehr Medien setzen zum Beispiel... das ist wirklich nur ein Beispiel auf das Prinzip der Userneeds.

00:21:55: Wir müssen uns ja als Journalistinnen und Journalisten schon noch überlegen nicht nur sind wir mit unseren Geschichten dort wo die User und die Userinnen sind und erreichen wie sie ist und dann erzählen wir eigentlich die Geschichten die die User an.

00:22:06: die UserInnen brauchen Dieses Konzept der Userneeds, das geht ja davon aus dass User und Userinnen von Nachrichten sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben.

00:22:14: Ein Bedürfenes ist Erzähl mir was es Neues gibt, update me.

00:22:18: ein anderes BedürFnis um zu einem völlig Legitimes ist entertain me, divert me.

00:22:23: also unterhalte mich ein Drehtes gibt mir Kontext.

00:22:26: jetzt weiß ich was es neues gibt aber was heißt denn das für mich?

00:22:29: Gerade tagesaktuelle Medien, Medien mit einem starken Informations- und Nachrichtenfokus tendieren dazu eigentlich ganz viel abzudäten.

00:22:37: Aber recht wenig Kontext zu geben, recht wenig Background.

00:22:40: Allere Userbedürfnisse nicht zu berücksichtigen Und diese Bedürfnissen erfüllen dann eventuell andere Kanäle.

00:22:46: und das ist ein finde ich sehr konstruktiver Ansatz um sich es anzuschauen.

00:22:49: Nicht lieber Userkonstruenz weil wir sind die Guten sondern zu sagen lieber User willkommen zu euch und wir kennen eure Bedürflisse.

00:22:56: Wie beurteilst du Deepfakes, wie auch immer man sie jetzt nennen mag aus medialer Sicht im Bezug vor allem auf Echtzeitmanipulation und andersherz aber auch was quasi im langsamen Zugang das bewerten und evaluieren von Quellen anbelangt.

00:23:13: Wir haben ja in der ganzen Diskussion über Fake News schon seit bald zehn Jahren auch immer diesen ich sage mal Horrorbegriff der Deepfake's und wir sehen immer wieder auch durch als aufsinneregender Fälle wo ein Deepfak einen ziemlichen Impact entwickelt.

00:23:27: Und ja, die technologischen Möglichkeiten werden natürlich immer besser und noch täuschend echtere Inhalte herzustellen.

00:23:38: Ich würde aber sagen dass ich sage mal die einzelnen aufsinnigeren Deep-Wakes sind nicht einmal so besorgniserregend sondern ich würde sie fast mich kommen heißen weil Sie uns aufzeigen was alles schiefgehen kann wenn wir mit täuschenden echten Informationen konfrontiert werden.

00:23:53: Und was uns eigentlich zeigt ist, dass wir leider-leider... Wir gehen auf eine Zeit zu in der jede Information die uns erreicht unter einem Misstrauensvorschuss steht.

00:24:04: Also zuerst einmal zu fragen kann das echt sein?

00:24:09: Das ist gar nicht so schlecht.

00:24:10: wenn wir das nutzen um ein kritisches Bewusstsein für Quellen und für Institutionen, für Marken und wie Römer zu entwickeln man ihn so weit vertrauen kann, dass man von einer Echte daraus gehen kann.

00:24:28: Also Deepfakes sehe ich eigentlich als so wie zeige pflanzenden Garten.

00:24:34: hier ist der Boden sehr sauer oder eikalisch und hier muss sich was tun.

00:24:39: dazu kommt ja das der Begriff auch auf mehreren Ebenen schon verwendet wird weil die EU-EI-Agg, der als regulatorischer Rahmen für Cayenne auch Medienbereich gilt gesetzlich gilt.

00:24:52: Der redet vom Deepfix, wenn es einfach nur darum geht.

00:24:55: Einfach nur dass etwas komplett von einer KI gestaltet oder geschaffen wurde und kein Mensch drüber geschaut hat.

00:25:02: Im medialen Kontext reden wir über Deepfics eigentlich, wenn er so ein gefälschte Inhalte geht, der ein bestimmtes schädliches Ziel verfolgen kann.

00:25:08: Die zu sehen die zu erkennen und anhand dieser auch darauf aufmerksam und bewusst zu machen das man auf der Hut sein muss ist glaube ich wichtig.

00:25:18: Du hast das angesprochen.

00:25:20: Es geht ja auch um die Masse an den Inhalten, die da jetzt der Jahr... Also man braucht nur TikTok aufmachen und schauen was da an so regenerierten Videos da herkommt, die zwar ein Wasserzeichen haben aber mal auf den ersten Blick es nicht erkennt.

00:25:33: Jetzt seid ihr ja auch damit konfrontiert, was quasi das Evaluieren von Quellenahmen landet ob das jetzt ein politiker Statement ist oder eine chronikale, chronikales Ereignis wo was zu verifizieren?

00:25:49: Wie stark hat das zugenommen und wie ist die Antwort darauf?

00:25:54: Man wird nicht jedes Video bis zum letzten Detail-Prüfung können.

00:26:00: Die Herausforderungen, Gepäckteinhalte zu erkennen sind dank der technologischen Möglichkeiten sicher für viele Medien enorm gestiegen, die auch ganz viel mit User Generated Content arbeiten.

00:26:12: Das ist eine Tatsache weil ich sage es da mal schon traditionelle Fakten Check der auf Dinge abzählt wie Plausibilität von Uhrzeit und Kontext, etc.

00:26:24: Und eben auch Plausabilität der Contentmerkmale, der gerät da immer mehr an seine Grenzen.

00:26:30: Das ist tatsächlich so dass Redaktionen die viel damit zu tun haben und die viele Quellen, die einem Fälschungsverdacht unterliegen überprüfen müssen, dass sie tatsächlich auch immer wieder neue technologische Möglichkeiten dafür brauchen.

00:26:46: Da wird auch viel entwickelt und das ist gut!

00:26:48: Da gehen wir schon fast in Richtung so einer forensischen Medienforensik, das ist eine Tatsache.

00:26:54: Ich würde aber sagen eben ich sage mal Alltagsnachrichtenjournalismus wie in einer durchschnittlichen österreichische Nachrichtenredaktion sei es in einem Fernsehcenter oder in einer Zeitung oder der Nachrichtenagentur ist grundsätzlich jetzt einmal auf ein Quellennetzwerk zugreift wo eine gewisse Vertrauensbasis da ist dass man nicht belogen wird weil was anderes sind Fake-Inhalte als Lüge in den Formen von Content.

00:27:21: Es kommt immer wieder vor, wir haben manchmal lustige P-Aktionen wie zum Beispiel ein angebliches Leukengerät das irgendwie an einen falschen Ort gebracht wurde mit einem Foto

00:27:30: etc.,

00:27:30: dann fragst du bei dieser Quelle nach und die Quelle lückt dich vielleicht weiter an, dich als Redaktion?

00:27:35: Naja!

00:27:35: Das ist dann einfach Lüger.

00:27:37: Grundsätzlich glaube ich dass wir gerade auch im österreichischen Medienökosystem eine durchaus robuste Infrastruktur haben wenn es darum geht zu berichten und die Quellen auf Basis, deren man berichtet auch einen Vertrauen haben.

00:27:53: Oder hast du die letzte Frage damit vorweggenommen beantwortet?

00:27:56: Ja!

00:27:57: Also das wäre die Frage gewesen was braucht es jetzt in Summe nicht nur für medienkritisches Denken Fakten, Checks von Medien technologische Überprüfung eine Art institutionelle Vorsage dass man sagt man filtert KI-Inhalt wenn man labelt sich also das ist wahrscheinlich wie gesagt dann eine Mischung aus der Alldemnung.

00:28:15: Also weil es natürlich Redaktionen und Journalisten in den Medienorganisationen immer und immer stärker brauchen, ist eine Digital Literacy die weit darüber hinausgeht dass man irgendwelche Tools bedienen kann.

00:28:27: Weil das was schon uns natürlich ein Job als Journalist an Journalisten ist, ist natürlich das ständige Hinterfragen.

00:28:33: Kann das stimmen?

00:28:34: Ist das possible?

00:28:35: Das ist unser Job im Auftrag der Öffentlichkeit Und es wird schwieriger diese hinterfragen auch wirklich zu bewerkstelligen, weil wir einfach viel mehr wissen müssen was da draußen technologisch notwendig ist.

00:28:48: Es gibt einige sehr interessante recht aktuelle Forschungsarbeiten aus dem angesetzlichen Raum die sich angeschaut haben vor allem im Superval Jahr zwanzig vierundzwanzig wo ja weltweit quasi unterbrochen gewählt wurde inwieweit KI Generite Dipfix hier zum Einsatz kamen und inwie weit die einen ich sage es einmal schädlichen Weil manipulativen Effekt hatten.

00:29:10: Und das Interessante ist, dass diese Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sich da wirklich weltweit extrem intensiv damit auseinandergesetzt haben, gesagt haben.

00:29:19: Das ist ein Phänomen aber es ist kein Grund für moralische Panik.

00:29:23: auch sie sehen das recht ähnlich und viele haben das sogar direkt berichtet.

00:29:27: ich habe erinner mich an eine Journalistin eines indischen Mediums auf einem Panel bei einer Konferenz die gesagt hat der KI Fakes waren sicher nicht unser Problem.

00:29:35: die waren meistens einfach nur freiwillig oder unfreiwillig komisch.

00:29:42: Man darf nicht zu vorschnell sagen, die Pficks werden unsere Demokratie ruinieren und nur auf dieses Phänomen starren.

00:29:48: Und vielleicht nicht ganz so offensichtlichen Disruktionen und Manipulationen, die sonst noch hoch passieren.

00:29:53: Vielleicht ganz ohne Technologie aus Eracht lassen.

00:29:55: Dafür sollte man schon noch warnen!

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